5 Bitcoin-Fehler die Einsteiger machen – Warnsymbol mit Bitcoin-Orange auf dunklem Hintergrund, 21 BTC Club

5 Bitcoin-Fehler, die Einsteiger immer machen (und wie du sie vermeidest)

Shitcoins kaufen, Seed Phrase fotografieren, Panikverkäufe – die häufigsten Anfängerfehler beim Bitcoin-Einstieg und was du stattdessen tun solltest.

5 Bitcoin-Fehler, die Einsteiger immer machen

Von Georg Menger – Bitcoiner seit dem 8. Oktober 2012


Ich bin seit über 13 Jahren in Bitcoin. In dieser Zeit habe ich hunderte Menschen kennengelernt, die mit Bitcoin angefangen haben. Und ich habe hunderte Male dieselben Fehler gesehen.

Das Frustrierende: Die meisten dieser Fehler sind komplett vermeidbar. Aber niemand warnt die Leute. Stattdessen werden sie von YouTubern, Influencern und Börsen in genau die falschen Richtungen geschoben.

Hier sind die fünf Fehler, die fast jeder Einsteiger macht – und wie du sie vermeidest.

Fehler #1: Shitcoins kaufen statt nur Bitcoin

Das ist mit Abstand der häufigste und teuerste Fehler.

Du kaufst deinen ersten Bitcoin und denkst dir: “Hey, Bitcoin kostet ja schon so viel. Aber dieser Coin hier kostet nur 0,50 Euro – wenn der auf 50 Euro steigt, bin ich reich!”

Klingt logisch, ist es aber nicht. Der Preis pro Coin sagt absolut nichts über das Potenzial aus. Du kannst Bitcoin in winzige Teile kaufen (Satoshis). Für 100 Euro bekommst du anteilig genauso viel Bitcoin wie ein Millionär – nur eben weniger davon.

Was Altcoins wirklich sind: Die allermeisten sind Marketing-Projekte mit einem Token. Sie haben einen CEO, ein Marketing-Team, Venture-Capital-Investoren die früh billig eingekauft haben und an dich teuer verkaufen wollen. Dein Geld ist deren Exit-Liquidität.

Was stattdessen tun?

Nur Bitcoin. Keine Altcoins, keine Memecoins, keine NFTs, keine “Bitcoin-Killer”. In 15 Jahren Bitcoin-Geschichte hat kein einziger Altcoin Bitcoin langfristig outperformt. Keiner.

Das ist keine Meinung – das sind Daten.

Fehler #2: Die Seed Phrase digital speichern

Du richtest deine erste Wallet ein, bekommst 12 oder 24 Wörter, und denkst dir: “Ich mach schnell ein Foto, dann hab ich’s gesichert.”

Nein. Nein. Nein.

Ein Foto deiner Seed Phrase auf dem Smartphone wird automatisch in die iCloud oder Google Photos synchronisiert. Ein Hack, ein Datenleck, ein verlorenes Handy – und jemand anderes hat Zugriff auf deine Bitcoin.

Dasselbe gilt für:

  • Screenshots
  • Notiz-Apps (Apple Notes, Google Keep)
  • Passwort-Manager (ja, auch die)
  • E-Mails an dich selbst
  • WhatsApp-Nachrichten
  • Excel-Tabellen
  • Word-Dokumente

Alles, was digital ist, kann gehackt werden. Punkt.

Was stattdessen tun?

Stift und Papier. Schreibe die Wörter sauber auf ein Blatt Papier. Noch besser: Auf ein Stahl-Backup (Seedor, Cryptosteel, Blockplate), das Feuer und Wasser übersteht. Lagere es an einem sicheren Ort – Tresor, Bankschließfach, oder versteckt zu Hause.

Mehr dazu in meinem Artikel über Self-Custody.

Fehler #3: Bitcoin auf der Börse lassen

“Ich lass meine Bitcoin einfach auf Bitpanda/Kraken/Coinbase. Ist ja sicher.”

Ist es nicht. Nicht wirklich. Solange deine Bitcoin auf einer Börse liegen, gehören sie technisch gesehen der Börse. Du besitzt lediglich ein Versprechen, dass die Börse dir deine Bitcoin zurückgibt.

Die Geschichte hat gezeigt, was solche Versprechen wert sind:

  • Mt. Gox (2014) – 850.000 Bitcoin verloren
  • QuadrigaCX (2019) – Gründer “stirbt”, Kundengelder weg
  • FTX (2022) – 8 Milliarden Dollar Kundengelder veruntreut
  • Celsius (2022) – Kundeneinlagen verzockt

Muster erkannt?

Was stattdessen tun?

Kauf deine Bitcoin auf einer vertrauenswürdigen Börse – und transferiere sie sofort auf deine eigene Wallet. Auf der Börse bleibt nur, was du aktiv handeln willst (idealerweise: nichts).

Die Faustregel: Wenn es dir wehtun würde, den Betrag zu verlieren, gehört er auf eine Hardware-Wallet. Auf unserer Empfehlungen-Seite findest du die besten Optionen.

Fehler #4: In Panik verkaufen

Bitcoin fällt um 30% in einer Woche. Die Nachrichten schreiben “Bitcoin-Crash!”. Dein Portfolio ist tiefrot. Dein Magen dreht sich. Du verkaufst.

Drei Monate später steht Bitcoin höher als je zuvor.

Das passiert jedes Mal. In jedem Zyklus. Seit 2009. Und jedes Mal fallen dieselben Leute darauf rein.

Ich habe 2014 gesehen, wie Bitcoin von 1.000 auf 200 Dollar gefallen ist. Ich habe 2018 gesehen, wie er von 20.000 auf 3.000 Dollar gefallen ist. Ich habe 2022 gesehen, wie er von 69.000 auf 16.000 Dollar gefallen ist.

Und jedes Mal war das Richtige: Nichts tun. Halten. Nachkaufen.

Was stattdessen tun?

  1. Investiere nur Geld, das du nicht brauchst. Wenn du Bitcoin-Geld zum Leben brauchst, wirst du in der nächsten Korrektur in Panik geraten und verkaufen.

  2. Denke in Jahren, nicht in Wochen. Über jeden 4-Jahres-Zeitraum war Bitcoin das profitabelste Asset der Menschheitsgeschichte.

  3. DCA – Dollar Cost Averaging. Kauf regelmäßig für einen festen Betrag, egal wo der Preis steht. Jeden Monat. Jeden zweiten Monat. Automatisch. Das eliminiert Emotionen aus der Gleichung.

  4. Schau nicht jeden Tag auf den Preis. Im Ernst. Lösche die Portfolio-App. Check einmal die Woche, wenn überhaupt.

Fehler #5: Nicht genug lernen

Der gefährlichste Fehler ist gleichzeitig der unsichtbarste: Du kaufst Bitcoin, ohne zu verstehen, was du da eigentlich kaufst.

Wenn du nicht verstehst, warum Bitcoin existiert, wirst du:

  • In Panik verkaufen, wenn der Kurs fällt
  • Auf Shitcoin-Versprechen reinfallen
  • Deine Keys schlampig sichern
  • Jeder FUD-Schlagzeile glauben (“Bitcoin ist tot”, “Bitcoin verbraucht zu viel Energie”, “Bitcoin wird verboten”)

Bitcoin zu verstehen ist eine Reise. Es gibt keine Abkürzung. Aber es ist die lohnendste intellektuelle Reise, die ich je gemacht habe.

Was stattdessen tun?

Lesen, lesen, lesen. Hier ist meine empfohlene Reihenfolge:

  1. “Das Bitcoin-Whitepaper” von Satoshi Nakamoto – nur 9 Seiten, der Ursprung von allem
  2. “Der Bitcoin-Standard” von Saifedean Ammous – das wichtigste Bitcoin-Buch
  3. “21 Lektionen” von Gigi – wunderschön geschrieben, tiefgründig

Auf unserer Wissen-Seite findest du eine kuratierte Sammlung der besten Ressourcen.

Und wenn du dich fragst “Was ist Bitcoin eigentlich genau?” – lies meinen Einsteiger-Guide.

Bonus-Fehler: Anderen davon erzählen (zu früh)

Okay, ein sechster Fehler, weil er so häufig ist: Du kaufst deine ersten Bitcoin, bist total begeistert, und erzählst es jedem. Deiner Familie, deinen Kollegen, deinem Friseur.

Das Problem: Wenn der Kurs fällt, wirst du die Witze hören. “Na, wie geht’s deinem Bitcoin?” Und das kann dich emotional beeinflussen.

Mein Tipp: Halt erst mal den Mund. Lerne still. Baue Überzeugung auf. Und wenn jemand fragt, antworte sachlich – aber dränge niemandem etwas auf.

Bitcoin braucht kein Marketing. Bitcoin braucht nur Zeit.

Fazit

Jeder dieser Fehler hat einen gemeinsamen Nenner: Ungeduld.

Ungeduld führt dazu, dass man Shitcoins kauft, weil sie “billiger” sind. Dass man die Seed Phrase schnell fotografiert, statt sie sauber aufzuschreiben. Dass man seine Bitcoin auf der Börse lässt, weil der Transfer “zu kompliziert” ist. Dass man bei -30% verkauft, weil man “nicht noch mehr verlieren” will. Dass man nicht lernt, weil es “zu technisch” ist.

Bitcoin belohnt Geduld. In jeder Hinsicht.

Nimm dir die Zeit. Mach es richtig. Dein zukünftiges Ich wird dir danken.


Disclaimer: Dieser Artikel ist keine Finanzberatung. Er spiegelt meine persönliche Meinung wider, basierend auf über 13 Jahren Erfahrung mit Bitcoin. Jede Investitionsentscheidung trägst du selbst.