Bitcoin verstehen
Fundiertes Wissen über Bitcoin – von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Themen.
Verständlich erklärt, ohne Hype, ohne Altcoin-Ablenkung.
Warum Bitcoin?
Das Problem mit unserem Geld
Wenn du heute 10.000 Euro auf ein Sparkonto legst, hast du in zehn Jahren
nominell vielleicht noch den gleichen Betrag – aber du kannst dir deutlich
weniger davon kaufen. Der Grund: Inflation. Zentralbanken wie die EZB
drucken kontinuierlich neues Geld und weiten die Geldmenge aus. Seit
Einführung des Euro im Jahr 1999 hat die europäische Währung über 40%
ihrer Kaufkraft verloren.
Das ist kein Zufall, sondern System. Unser heutiges Geld – sogenanntes
Fiat-Geld – ist durch nichts gedeckt außer dem Vertrauen in den Staat.
Dieses Vertrauen wurde in der Geschichte immer wieder enttäuscht: Von der
Hyperinflation in der Weimarer Republik über den Zusammenbruch des
Bretton-Woods-Systems 1971 bis zu den Bankenrettungen 2008.
Was gutes Geld ausmacht
Geld muss drei Funktionen erfüllen: Es muss als Wertspeicher dienen
(deine Kaufkraft über die Zeit bewahren), als Tauschmittel funktionieren
(einfach und schnell zu übertragen sein) und als Recheneinheit taugen
(teilbar und vergleichbar sein).
Gold hat diese Funktionen über Jahrtausende gut erfüllt – es ist knapp,
haltbar und wird nicht von einer Regierung kontrolliert. Aber Gold hat
Schwächen: Es ist schwer zu transportieren, schwer zu teilen und
unmöglich digital zu versenden. Genau hier setzt Bitcoin an.
Bitcoin als härtestes Geld der Geschichte
Bitcoin vereint die besten Eigenschaften von Gold – Knappheit und
Unabhängigkeit von Staaten – mit den Vorteilen einer digitalen Währung:
sofortige Übertragung, beliebige Teilbarkeit und absolute Transparenz.
Mit maximal 21 Millionen Einheiten, die je existieren werden, ist Bitcoin
das erste wirklich knappe digitale Gut. Kein Politiker, keine Zentralbank
und kein Unternehmen kann diese Grenze ändern.
Die Österreichische Schule der Ökonomie – begründet von Carl Menger
in Wien – hat bereits im 19. Jahrhundert die Bedeutung von hartem, nicht
manipulierbarem Geld erkannt. Bitcoin ist die technologische Umsetzung
dieser Ideen: dezentral, vorhersehbar, zensurresistent.
Kerngedanke: Bitcoin löst ein Problem, das so alt ist wie
das Geld selbst – die Versuchung der Mächtigen, die Geldmenge zu
manipulieren. Es tut dies nicht durch Vertrauen in Menschen, sondern
durch Mathematik und Kryptographie.
Die Geschichte des Geldes
Von Muscheln zu Bitcoin
Um Bitcoin zu verstehen, muss man zuerst Geld verstehen. Die Menschheit
hat über Jahrtausende mit verschiedenen Formen von Geld experimentiert:
Muscheln, Glasperlen, Vieh, Salz, Kupfer, Silber und schließlich Gold.
Was all diese Geldformen gemeinsam hatten: Sie waren zum Zeitpunkt ihrer
Verwendung relativ schwer herzustellen. Was sie unterschied: wie leicht
es wurde, ihre Menge zu erhöhen.
Ein Beispiel: Die Glasperlen, die europäische Händler nach Westafrika
brachten, waren dort als Geld im Umlauf, weil sie lokal kaum
hergestellt werden konnten. Die Europäer konnten sie jedoch industriell
produzieren und so den Reichtum der afrikanischen Gesellschaften
systematisch entwerten – eine Form der monetären Kolonialisierung. Das
gleiche Prinzip gilt für jede Geldform, deren Angebot leicht ausgeweitet
werden kann.
Gold als Gewinner der Geschichte
Gold setzte sich als Geld durch, weil es eine einzigartige chemische
Eigenschaft hat: Es ist praktisch unzerstörbar und extrem aufwendig zu
fördern. Die jährliche Goldproduktion beträgt nur etwa 1,5–2% des
gesamten jemals geförderten Goldes. Dieses Verhältnis – der sogenannte
Stock-to-Flow-Wert – macht Gold „hart": Auch bei steigendem Preis
kann das Angebot nicht schnell ausgeweitet werden.
Zivilisationen, die auf hartem Geld aufbauten, florierten. Das
Römische Reich prosperierte Jahrhunderte lang unter dem Goldstandard
des Aureus. Erst als Kaiser begannen, den Goldgehalt der Münzen zu
verringern, setzte der Niedergang ein. Das gleiche Muster wiederholt
sich durch die gesamte Geschichte: Harte Währungen schaffen Wohlstand,
weiche Währungen zerstören ihn.
Zeitpräferenz: Die vergessene Lektion
Ein Konzept der Österreichischen Schule, das viel zu wenig beachtet
wird, ist die Zeitpräferenz. In einer Gesellschaft mit hartem Geld –
Geld, das seinen Wert behält – sinkt die Zeitpräferenz: Menschen
denken langfristiger, sparen mehr, investieren in die Zukunft und
bauen Kapital auf. Weiches Geld, das ständig an Wert verliert,
erzeugt das Gegenteil: Konsum jetzt, Schulden machen, die Zukunft
ignorieren. Bitcoin, mit seiner absoluten Begrenzung auf 21 Millionen,
ist das härteste Geld, das je existiert hat – härter als Gold.
Buchempfehlung: Wer tiefer in die Geldgeschichte
einsteigen möchte, dem empfehle ich „Der Bitcoin-Standard" von
Saifedean Ammous. Es ist das Grundlagenwerk, das die ökonomischen
Prinzipien hinter Bitcoin aus der Perspektive der Österreichischen
Schule erklärt.
Was ist Bitcoin?
Die Grundidee
Bitcoin ist ein dezentrales, digitales Geldsystem, das 2009 von einer
Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ins Leben gerufen
wurde. Es ermöglicht den direkten Wertaustausch zwischen zwei Parteien –
ohne Bank, ohne Mittelsmann, ohne Erlaubnis.
Das Fundament bildet das Bitcoin-Whitepaper – ein nur neun Seiten langes
Dokument mit dem Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System".
Darin beschreibt Nakamoto, wie digitale Knappheit ohne zentrale Autorität
funktionieren kann. Die Lösung: ein verteiltes Netzwerk aus Tausenden
von Computern (Nodes), die sich gegenseitig kontrollieren.
Die wichtigsten Eigenschaften
🔒 Dezentral Kein einzelner Punkt des Versagens. Tausende Nodes weltweit sichern das Netzwerk.
📐 Begrenzt auf 21 Millionen Die maximale Anzahl steht im Code fest und kann nicht geändert werden.
🌍 Grenzenlos Funktioniert überall, wo es Internet gibt. Keine Bankkonten, keine Grenzen.
👁️ Transparent Jede Transaktion ist in der Blockchain öffentlich einsehbar und verifizierbar.
🛡️ Zensurresistent Niemand kann deine Transaktion blockieren oder dein Guthaben einfrieren.
⚡ Programmierbar Über Lightning werden sofortige Mikrozahlungen für Bruchteile eines Cents möglich.
Wie funktioniert Bitcoin?
Transaktionen: Von A nach B
Stell dir vor, du möchtest jemandem Bitcoin senden. Du öffnest deine
Wallet-App, gibst die Empfängeradresse und den Betrag ein und bestätigst.
Im Hintergrund passiert folgendes: Deine Wallet erstellt eine Transaktion
und signiert sie mit deinem privaten Schlüssel – dem digitalen Beweis,
dass du der Eigentümer der Bitcoin bist. Diese signierte Transaktion wird
an das Bitcoin-Netzwerk gesendet.
Der Mempool: Der Warteraum
Deine Transaktion landet zunächst im sogenannten Mempool – einem
Sammelbecken für alle noch unbestätigten Transaktionen. Hier warten
Tausende von Transaktionen darauf, von einem Miner in einen Block
aufgenommen zu werden. Je höher die Gebühr, die du zahlst, desto
schneller wird deine Transaktion bearbeitet.
Mining: Die Sicherheit des Netzwerks
Miner sind spezialisierte Computer, die um das Recht konkurrieren, den
nächsten Block zur Blockchain hinzuzufügen. Sie lösen dabei eine
kryptographische Aufgabe (Proof of Work), die enorme Rechenleistung
erfordert. Der Miner, der die Lösung zuerst findet, darf den Block
erstellen und erhält dafür eine Belohnung – aktuell 3,125 BTC pro
Block (seit dem Halving im April 2024).
Das Halving: Eingebaute Knappheit
Alle 210.000 Blöcke (ungefähr alle vier Jahre) halbiert sich die
Block-Belohnung für Miner. 2009 waren es noch 50 BTC pro Block,
heute sind es 3,125 BTC. Um 2028 wird sie auf 1,5625 BTC sinken.
Dieser Mechanismus stellt sicher, dass nie mehr als 21 Millionen
Bitcoin entstehen. Bis heute wurden bereits über 19,9 Millionen
gemint – mehr als 95% des gesamten Angebots.
Nodes: Die Wächter der Regeln
Nodes sind Computer, die eine vollständige Kopie der Bitcoin-Blockchain
speichern und jede Transaktion unabhängig überprüfen. Sie stellen
sicher, dass niemand gegen die Regeln verstößt – nicht einmal die
Miner. Jeder kann einen Node betreiben, und genau das macht Bitcoin
wirklich dezentral. Wenn du einen eigenen Node betreibst, musst du
niemandem vertrauen – du verifizierst alles selbst. „Don't trust, verify"
ist das Motto der Bitcoin-Community.
Zusammengefasst: Bitcoin funktioniert durch das
Zusammenspiel von drei Akteuren: Nutzer erstellen Transaktionen,
Miner sichern das Netzwerk und werden dafür belohnt, und Nodes
überwachen die Einhaltung der Regeln. Keine zentrale Instanz nötig.
Wallets & Verwahrung
Not your keys, not your coins
Dieser Satz ist die wichtigste Lektion im Bitcoin-Universum. Wenn
deine Bitcoin auf einer Börse wie Kraken oder Bitpanda liegen, besitzt
du sie nicht wirklich – du besitzt nur ein Versprechen der Börse. Der
Zusammenbruch von FTX im November 2022, bei dem Milliarden an
Kundengeldern verloren gingen, hat dies eindrücklich gezeigt.
Private Keys und Seed Phrases
Dein privater Schlüssel (Private Key) ist der einzige Beweis für den
Besitz deiner Bitcoin. Er wird bei der Erstellung einer Wallet als
12 oder 24 Wörter generiert – die sogenannte Seed Phrase (auch
Recovery Phrase). Wer diese Wörter hat, kontrolliert die Bitcoin.
Schreib sie auf Papier oder Metall, bewahre sie sicher auf und speichere
sie niemals digital – nicht auf dem Handy, nicht in der Cloud, nicht
als Screenshot.
Arten von Wallets
🔐 Hardware Wallet Sicherste Option. Offline-Gerät, das deine Keys niemals dem Internet aussetzt. Empfehlung: Bitbox02, Coldcard, Trezor.
📱 Mobile Wallet Praktisch für den Alltag und kleine Beträge. Empfehlung: Blue Wallet, Green Wallet (Blockstream).
⚡ Lightning Wallet Für sofortige, günstige Zahlungen. Empfehlung: Phoenix, Breez, Zeus (mit eigenem Node).
🏦 Börsen-Verwahrung Nur für kurzfristigen Handel! Keine langfristige Aufbewahrung. Risiko: Hack, Insolvenz, Sperrung.
Georg's Empfehlung: Für Beträge über 500€ gehört
Bitcoin auf eine Hardware Wallet. Ich nutze seit Jahren die
BitBox02 – schweizer Qualität, open-source, Bitcoin-only Firmware
verfügbar. Für den täglichen Gebrauch und Lightning empfehle ich
Phoenix Wallet.
Bitcoin kaufen
Der erste Kauf
Bitcoin zu kaufen ist heute einfacher als je zuvor. Für den
DACH-Raum empfehle ich regulierte Börsen, die den europäischen
Vorschriften (MiCAR) entsprechen. Wichtig: Nach dem Kauf die
Bitcoin sofort auf deine eigene Wallet abheben.
Strategien
Die bewährteste Strategie heißt DCA – Dollar Cost Averaging (oder
Euro Cost Averaging). Dabei kaufst du regelmäßig für einen festen
Betrag, unabhängig vom Kurs. Zum Beispiel jeden Montag für 50€.
So vermeidest du das Risiko, zum schlechtesten Zeitpunkt alles auf
einmal zu investieren, und profitierst langfristig vom Durchschnittspreis.
Der beste Zeitpunkt, Bitcoin zu kaufen, war 2012. Der zweitbeste
ist heute. Versuch nicht, den Markt zu timen – niemand kann den
Kurs zuverlässig vorhersagen.
Steuerliche Hinweise für Österreich
In Österreich unterliegen Gewinne aus Bitcoin-Verkäufen seit März
2022 der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5%. Bei Kauf über
regulierte Börsen wird die Steuer automatisch abgeführt. Für Bitcoin,
die vor dem 1. März 2021 angeschafft wurden, gilt unter bestimmten
Bedingungen eine Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltefrist
(Altbestand). Ich empfehle, die Details mit einem Steuerberater
zu klären.
Bitcoin vs. Gold
Der Vergleich der Wertspeicher
Bitcoin wird oft als „digitales Gold" bezeichnet – und der Vergleich
ist treffender, als viele denken. Beide sind knappe Güter, die nicht
von einer Regierung kontrolliert werden. Beide dienen primär als
Wertspeicher. Doch in fast jeder Eigenschaft hat Bitcoin einen Vorteil.
📊 Verifizierbare Knappheit Bitcoins Angebot ist mathematisch auf 21 Mio. begrenzt und jederzeit überprüfbar. Bei Gold wissen wir nicht genau, wie viel existiert – und neues Gold kann jederzeit entdeckt oder irgendwann synthetisch hergestellt werden.
✈️ Transportierbarkeit Eine Milliarde Euro in Bitcoin passt in deinen Kopf (24 Wörter). Eine Milliarde in Gold wiegt ~20 Tonnen. Bitcoin gewinnt haushoch.
🔍 Teilbarkeit 1 Bitcoin = 100 Millionen Satoshis. Du kannst für 1€ Bitcoin kaufen. Versuch mal, 1€ Gold zu kaufen und zu versenden.
🏛️ Konfiszierungssicherheit Staaten haben Gold in der Geschichte regelmäßig konfisziert (USA 1933). Bitcoin, gespeichert als 24 Wörter im Kopf, kann nicht beschlagnahmt werden.
Bitcoin macht heute etwa 4% der Marktkapitalisierung von Gold aus.
Wer glaubt, dass Bitcoin langfristig einen Teil der Gold-Nachfrage
auf sich zieht, sieht hier das Potenzial: Allein die Parität mit
Gold würde einen Bitcoin-Preis von über 500.000€ bedeuten. Gold
wiederum ist nur ein Bruchteil des gesamten weltweiten Vermögens
in Immobilien, Anleihen und Aktien.
Warum keine Altcoins?
Bitcoin-Only ist keine Engstirnigkeit
Es gibt Tausende von sogenannten „Kryptowährungen" – doch keine
davon löst das Problem, das Bitcoin löst. Bitcoin ist einzigartig,
weil es das einzige wirklich dezentrale, zensurresistente digitale
Geldsystem ist. Alle anderen Projekte haben Gründer, Vorstände,
Stiftungen oder zentrale Akteure, die das Protokoll kontrollieren.
Das Protokoll-Argument
Bitcoin ist ein Protokoll – wie TCP/IP für das Internet. Es gibt
nur ein Internet-Protokoll, nicht hundert konkurrierende. Genauso
wird es langfristig nur ein dezentrales Geldprotokoll geben, und
das ist Bitcoin. Die Netzwerkeffekte, die Hashrate, die Dezentralität
und das Vertrauen sind nicht replizierbar.
Der Anfängerfehler
Viele Einsteiger denken: „Ein Altcoin kostet nur 0,50€ – da ist
mehr Potenzial als bei Bitcoin, der schon Tausende kostet." Das ist
ein Trugschluss. Der Preis pro Einheit sagt nichts über das
Potenzial aus – relevant ist die Marktkapitalisierung (Gesamtmenge
× Preis). Ein Bitcoin besteht aus 100 Millionen Satoshis. Du kannst
für 5€ Bitcoin kaufen, genauso wie für 50.000€.
Ein Blick auf die Top-10-Kryptowährungen der Vergangenheit zeigt:
Von den Top-10 aus 2013 existieren die meisten nicht mehr. Von 2017
sind die meisten irrelevant geworden. Bitcoin ist die einzige
Konstante – seit 2009 unverändert die Nummer eins.
Georg's Rat: Diese Seite heißt nicht ohne Grund
„21 BTC Club" und nicht „Krypto Club". Ich empfehle niemandem, in
Altcoins zu investieren. Wer mich fragt, dem sage ich: Kauf Bitcoin,
verwalte ihn selbst, und denke in Jahren, nicht in Wochen.
Steuern im DACH-Raum
Die steuerliche Behandlung von Bitcoin unterscheidet sich in
Deutschland, Österreich und der Schweiz erheblich. Hier ein
Überblick – ohne Gewähr und kein Ersatz für eine
Steuerberatung.
🇦🇹 Österreich
Seit März 2022 unterliegen Gewinne aus Bitcoin-Verkäufen der
Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5%. Bei Kauf über regulierte
Börsen (z.B. Bitpanda) wird die Steuer automatisch abgeführt.
Für Bitcoin, die vor dem 1. März 2021 angeschafft wurden
(Altbestand), kann unter bestimmten Bedingungen noch die alte
Regelung gelten: Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltefrist.
🇩🇪 Deutschland
In Deutschland gelten Kryptowährungen als „sonstige
Wirtschaftsgüter". Das bedeutet: Wer Bitcoin länger als ein
Jahr hält, kann die Gewinne komplett steuerfrei realisieren –
unabhängig von der Höhe. Bei Verkauf innerhalb eines Jahres
greift die Einkommensteuer, wenn die Freigrenze von 1.000€
pro Jahr überschritten wird. Das macht Deutschland für langfristige
Bitcoin-Investoren besonders attraktiv.
🇨🇭 Schweiz
Die Schweiz ist für Bitcoin-Investoren attraktiv, aber nicht ganz
so einfach wie oft dargestellt. Kursgewinne aus dem privaten
Verkauf von Bitcoin sind tatsächlich steuerfrei – solange du nicht
als gewerbsmäßiger Händler eingestuft wirst. Das ist der große
Vorteil gegenüber vielen anderen Ländern.
Allerdings: Bitcoin muss als Vermögenswert in der Steuererklärung
deklariert werden und unterliegt der kantonalen Vermögenssteuer.
Der Steuerwert wird anhand des offiziellen Jahresendkurses der
Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) berechnet. Die
Vermögenssteuersätze variieren je nach Kanton zwischen 0,15% und
1% und steigen progressiv. Viele Kantone gewähren Freibeträge
zwischen 50.000 und 100.000 CHF für Alleinstehende. Zug gilt
als besonders kryptofreundlich. Zusätzlich wichtig: Erträge aus
Mining, Staking oder Lending gelten als steuerbares Einkommen.
Wichtig: Steuergesetze ändern sich. Diese
Informationen dienen als Orientierung (Stand: Februar 2026) und
ersetzen keine professionelle Steuerberatung. Bei größeren
Bitcoin-Beständen empfehle ich, einen auf Krypto spezialisierten
Steuerberater hinzuzuziehen.
Mythen & Kritik
„Bitcoin verschwendet Energie"
Bitcoin-Mining verbraucht Energie – das stimmt. Aber der Kontext
ist entscheidend: Ein großer Teil der Mining-Energie stammt aus
erneuerbaren Quellen oder nutzt überschüssige Energie, die sonst
verschwendet würde (z.B. Fackelgas). Die relevante Frage ist nicht
„Verbraucht Bitcoin Energie?", sondern „Ist ein zensurresistentes,
dezentrales Geldsystem den Energieverbrauch wert?" Das traditionelle
Bankensystem verbraucht übrigens ein Vielfaches davon.
„Bitcoin wird für kriminelle Aktivitäten genutzt"
Weniger als 1% aller Bitcoin-Transaktionen stehen im Zusammenhang
mit illegalen Aktivitäten (Chainalysis Report). Zum Vergleich: Der
US-Dollar wird um ein Vielfaches häufiger für kriminelle Zwecke
eingesetzt. Außerdem ist die Bitcoin-Blockchain transparent – jede
Transaktion ist öffentlich einsehbar, was Bitcoin für Kriminelle
sogar unattraktiver macht als Bargeld.
„Bitcoin hat keinen intrinsischen Wert"
Kein Geld hat „intrinsischen Wert" – auch Gold nicht. Der Wert
entsteht durch den Konsens der Nutzer. Bitcoin hat Wert, weil
Millionen von Menschen und zunehmend auch Institutionen und
Staaten ihm Wert beimessen. Seine Eigenschaften – absolute
Knappheit, Dezentralität, Zensurresistenz – machen ihn als
Wertspeicher einzigartig.
„Bitcoin kann jederzeit auf Null fallen"
Theoretisch ja, praktisch wird es zunehmend unwahrscheinlicher.
Bitcoin existiert seit 2009 und hat jede Krise überlebt –
Verbote, Hacks, Markteinbrüche von über 80%. Mit jedem Tag,
den das Netzwerk weiter läuft, wird es robuster (Lindy-Effekt).
Inzwischen halten Unternehmen wie MicroStrategy, Staaten wie
El Salvador und ETF-Anbieter wie BlackRock Bitcoin in ihren
Bilanzen.
„Bitcoin ist zu langsam für Zahlungen"
Die Bitcoin-Basisschicht (Layer 1) bestätigt Blöcke alle ~10
Minuten – das stimmt. Aber Bitcoin hat eine zweite Schicht:
das Lightning Network. Dort werden Zahlungen in Millisekunden
abgewickelt, zu Gebühren unter einem Cent. Visa und Mastercard
funktionieren genauso – die eigentliche Abrechnung dauert Tage,
nur die Autorisierung ist sofort. Bitcoin + Lightning ist diesem
System überlegen.
Weiter lernen
Diese Seite gibt dir einen Überblick. Wenn du tiefer einsteigen
möchtest, findest du auf der
Empfehlungen-Seite kuratierte Bücher,
Podcasts und Ressourcen. Auf der
Tools-Seite kannst du Bitcoin-Daten live
verfolgen. Und im Blog teilt Georg Menger
regelmäßig Analysen und Einordnungen.